Rehabilitationsstation für verölte Seevögel
im Westküstenpark & Robbarium St. Peter-
Ording.
Der Westküstenpark hilft in Absprache mit der Landes-
regierung SH und verschiedenen Kooperationspartnern
verölten Vögeln. Im Rahmen der Parkumgestaltung 2000/
2001 entstand unser neuer Wirtschaftshof, dem die Reha-
Station für verölte Seevögel angegliedert ist. Die Station
wurde nach den Richtlinien für die Genehmigung von Tier-
gehegen zur Rehabilitation verölter Seevögel gemäß § 27
Landesnaturschutzgesetz gebaut und wird gemäß dieser
Richtlinie betrieben. Ölverschmutzung ist nicht nur ein Pro-
blem bei Schiffshavarien wie der, der "Erika", vor der fran-
zösischen Atlantikküste. Allein durch die sogenannte
"schleichende Ölverschmutzung", wie zum Beispiel illegale
Tankreinigung von Schiffen, technische Defekte an Ölplatt-
formen etc. werden jährlich unzählige Vögel verölt.
Wir möchten Ihnen nun kurz erläutern, wie diesen Tieren
bei uns geholfen wird.
Phase 1
Verölte Vögel werden möglichst schnell in die Station ge-
bracht, medizinisch untersucht und erstversorgt. Anschlie-
ßend wird das Öl aus dem Gefieder gewaschen. Zum
Trocknen des Gefieders werden sie in Wärmeboxen gesetzt.
Phase 2
Nach der Reinigung und Trocknung werden die Tiere in
das Wasserhaus gebracht, um schrittweise ihr Gefieder zu
regenerieren. Dort werden sie in Wasserbecken mit durch-
strömendem Wasserfluß bis zu ihrer Freilassung gehalten.
Phase 3
Ist das Gefieder der Patienten fit, werden sie amtlicherseits
beringt und in die Freiheit entlassen. Während der gesamten
Dauer der Behandlung werden medizinische Daten registriert,
um sie der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen. Aus medi-
zinischen, stressbedingten Gründen wird ein ultrakurzer Auf-
enthalt für unsere Patienten angestrebt.
Protokoll einer erfolgreichen Rettungsaktion verölter
Seevögel aus dem Jahre 2004.
Am Montag, dem 9.2.04 wurden zahlreiche verölte Trauer-
enten in die Reha-Station für verölte Seevögel im Westküsten-
park & Robbarium St. Peter-Ording gebracht und dort gewa-
schen und versorgt. Bei einer Verschmutzung mit Öl ist es
wichtig, die betroffenen Tiere so schnell wie möglich einzu-
sammeln und in eine Station zu bringen, in der die Erstver-
sorgung stattfinden kann. Das Öl verklebt die Federn, so
dass Wasser an die Haut dringt und die Tiere rasch ausküh-
len. Sie nehmen dann auch keine Nahrung mehr zu sich.
Die ersten verölten Vögel wurden am Samstag (7.2.04) auf
Amrum und Föhr am Strand entdeckt und konnten im Tier-
huus Insel Föhr tierärztlich versorgt und gefüttert werden.
Es sind fast ausschließlich Trauerenten betroffen, die ihr
Winterquartier in Küstennähe in der Nordsee haben.
Nach dem Trocknen dürfen die Vögel auf Wasserbecken
schwimmen, wo die Wasserfestigkeit des Gefieders geprüft
werden kann. Die Enten sind zu diesem Zeitpunkt bereits
so lebhaft und kräftig, dass man sie kaum wiedererkennt.
Sobald die Gefiederstruktur in Ordnung ist, werden die Vögel
nach einer tierärztlichen Abschlussuntersuchung in die Frei-
heit entlassen. Die Überlebenschance für Vögel, die schnell
gefunden und versorgt werden, ist hoch. Die holländische
Rettungsstation in Anjum liefert uns den Beweis. Dort wurden
im Januar diesen Jahres 99 "Ölvögel" eingeliefert. Von die-
sen wurden 76 sauber und gesund frei gelassen. Herr Prof.
Gerry Dorrestein, ein international anerkannter Veterinär und
Spezialist für Ölvögel, hatte sich zuvor vom ausgezeichneten
Gesundheitszustand der ausgewilderten Tiere überzeugt
und die gute Erfolgsquote bestätigt. Durch die Zusammenar-
beit der Tierschutzorganisationen Ölvogelhilfe Germany,
Project Blue Sea, Terra Mater, Tierhuus Insel Föhr, sowie
dem Westküstenpark, dem Förderverein Westküstenpark e.V.
und Herrn Dieter Risse kann vielen Vögeln geholfen werden.
Die Rettungsaktion für verölte Seevögel war sehr erfolgreich:
Von den 107 in der Rehabilitationsstation für verölte Seevögel
im Westküstenpark betreuten Vögeln konnten 83 wieder in die
Freiheit entlassen werden.
Hier können Sie sich Presseartikel zur Ölvogelstation ansehen.
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